Asana of the Week: Savasana

Savasana ist eine der wichtigsten Yogaübungen. Der ganze Körper darf loslassen und sich entspannen. Mit dem Körper kommt auch der Geist zur Ruhe.

savasana

Warum?

Vielleicht fragst du dich, was an Savasana so besonders ist – immerhin liegen wir ohnehin oft auf dem Rücken. Eigentlich ist es so wie bei den anderen Asanas auch: Den Unterschied zu Alltagsbewegungen oder Fitnessübungen macht das Bewusstsein. Die Achtsamkeit, mit der du die Übung ausführst. In einem Asana trittst du in Dialog mit dir selbst: du verfolgst achtsam, wie sich dein Körper in der Bewegung oder der Haltung fühlt, du beobachtest deinen Atem und deine Gefühle. Der Geist, der sonst seiner Natur entsprechend durchgehend irgendetwas denkt und plappert, bekommt die Aufgabe, sich auf den konkreten Moment zu konzentrieren. Die Sinne werden nach innen gerichtet.

Das besonders Schöne an Savasana ist, dass Körper, Atem und Emotionen ruhig werden. Damit kommt auch der Geist, der ja diese drei Aspekte beobachtet, zur Ruhe. Die Sinne ziehen sich zurück und es entsteht eine ungezwungene Ruhe, die unglaublich gut tut.

Savasana bringe eine Entspannung des gesamten psycho-physiologischen Systems und gibt dir die Möglichkeit, dich bis in die kleinste Zelle zu regenerieren. Es beruhigt das Nervensystem und hilft gegen Stress und Anspannung. Savasana wirkt gegen Schlaflosigkeit und hilft bei chronischer Erschöpfung. Außerdem ist es gut bei Kopfschmerzen und senkt den Blutdruck.

Auch hier ist es wie bei den anderen Asanas: es braucht meistens ein bisschen Übung und Geduld, bis sich alle Effekte einstellen. Das Tolle ist aber, dass du Yogaübungen nie nur der Übungen halber machst: Die Yogamatte ist eher ein „Übungsraum“ für den Alltag und was wir auf der Matte üben, hat Auswirkungen auf das Leben abseits davon.

Wie?

  • Achte darauf, dass du warm genug angezogen bist, um 5 bis 10 Minuten ruhig zu liegen. Streck dich ausgiebig durch. Leg dich auf den Rücken auf einer Matte oder Decke am Boden.
  • Dein Kopf, Nacken und die Wirbelsäule bilden eine Gerade. Die Schultern und Hüften sind in einer Höhe, bilden also eine Linie im 90° Winkel zur Wirbelsäule. Wenn es unangenehm ist, mit dem Hinterkopf am Boden aufzuliegen, kannst du ihn auf eine weiche gefaltete Decke ablegen.
  • Die Arme liegen leicht nach außen gestreckt seitlich neben dem Körper, mit den Handflächen nach oben. Diese kleine Bewegung hilft, die Oberarme nach außen zu rotieren und den Schultergürtel entspannt am Boden abzulegen: Streck deine Arme aus und bring sie mit den Handflächen nach unten über dem Körper zusammen (die Fingerspitzen zeigen zu den Füßen). Heb die Arme über Kopf an. Mit einer kreisenden Bewegung bringst du die Arme links und rechts neben dem Körper zum Boden. Deine Handflächen schauen jetzt nach oben und die Schulterblätter liegen ein bisschen näher zusammen.
  • Schließ die Augen und lass dich langsam immer tiefer in die Matte sinken und lass beim Ausatmen nach und nach ein bisschen mehr los. Lass deine Aufmerksamkeit durch den Körper wandern und begleite ihn in die Entspannung. Dann bring die Achtsamkeit zum Atem.
  • Bleib für 5 bis 10 Minuten in Savasana und versuch, dich nicht zu bewegen.
  • Dein Geist beobachtet die Ruhe in dir. Wenn du in Gedanken abdriftest, hol deine Achtsamkeit sanft wieder zurück in den Moment. Lass Gedanken oder andere Reize einfach los und bring die Aufmerksamkeit wieder zur Ruhe in dir.
  • Beginne langsam mit kleinen Bewegungen. Streck dich und vertiefe die Atmung, roll dich ein und zieh die Knie heran. Zum Schluss roll dich auf eine Seite und komm wieder zum Sitzen.

Variationen

  • Am Anfang kann ein Kissen unter den Knien helfen, Spannung im Hüftbereich zu lindern.
  • Bei Rückenschmerzen kann es angenehm sein, die Füße aufzustellen (ein Yogagurt um die Knie kann die Beine festhalten) oder ein Kissen unter die Knie zu legen.
  • In der Schwangerschaft sollten der Kopf und der Brustkorb auf einem Polster liegen.
  • Wenn du magst, kannst du bei jedem Ausatmen ein persönliches Mantra wiederholen (z.B. Shanti für Ruhe und Frieden oder Svaha für das Loslassen).

Und sonst noch:

Die Asana-Praxis ist eines der Instrumente im Yoga. Sie ist dazu da, um deinen Körper gesund zu halten und über Körperübungen den Geist zu beruhigen. Damit wirkt sich die Asana-Praxis auch abseits der Matte aus.

Spür in jedem Asana in dich hinein und gestalte es so wie es sich für dich gut anfühlt. Eine Position darf ruhig auch mal ungewohnt sein, aber nie körperlich schmerzhaft.  Achte auf deinen Atem und geh immer nur so weit, dass der noch frei fließen kann.

Die Asana-Praxis soll dir gut tun! Wenn du gesundheitliche Probleme oder Bedenken hast, mach die Übungen lieber mit einem guten Lehrer oder einer guten Lehrerin.